Die Gesetze der Homöopathie – Folge 2

Beim Gesunden ruft die Gabe eines Arzneimittels spezifische Symptome hervor, diese Symptome können beim Kranken durch dieses Mittel geheilt werden.
Klingt anders als „wenn es nichts hilft, dann schadet es auch nichts“ , oder?

In der Praxis sind die Symptome, die man durch eine einzige Gabe eines nicht passenden Arzneimittels gibt -zum Glück – selten und meist subtil, das heißt meist nur kleine Verstimmungen, mal ein Alptraum, mal etwas schlechte Laune.

Wenn nun eine deutliche Verschlechterung eines Zustandes unmittelbar auf die Gabe einer homöopathischen Arznei erfolgt, kann das immer noch Zufall sein, aber – wenn das resultierende Symptomenbild, also der Gesamt-Zustand nach der Gabe, dem gegebene Mittel eindeutig zuzuordnen ist, ist die einzig logische Erklärung, dass hier eine Arzneimittelprüfung vorliegt, wie die Homöopathie postuliert:

Gesunder Mensch + Arznei –> spezifischer Krankheitszustand (Arzneimittelprüfung)

spezifischer Krankheitszustand + Arznei –> gesunder Mensch.
(homöopathische Heilung)

Jetzt kommt eine etwas peinliche, aber lehrreiche Geschichte:
Unser Familienhund war 13 Jahre lang ein freundlicher, kinderlieber Schäfer-Collie-Mischling. Leider neigen Collies zum Kläffen und wir hatten einigen Ärger mit der Nachbarschaft (von den 8 Nachbarn stellten sich auch noch 3 als absolute Hunde-Phobiker heraus!) und eines der Hauptvergnügen unserer „Kaissa“ war auf den Zaun zuzurasen und plötzlich loszubellen.
Da kam ich auf den glorreichen Gedanken, das homöopathisch anzugehen und dachte „Kläffen = Geschwätzigkeit“ und gab Kaissa 1x Lachesis C200. Darauf trat eine Wesensveränderung ein: Sie knurrte Kinder an, mit denen sie sonst gespielt hat und bei einem Spaziergang mit meiner Tochter biss sie einen Radfahrer! Mächtiger Ärger: der Radfahrer war ein guter Freund einer der Nachbarn und bald hat sich der Amtstierarzt Kaissa angeschaut und wir bekamen Leinen- und Maulkorbzwang.
Das Lachesis hab ich so schnell es ging mit Kampfer antidotiert (= kaputt gemacht) und Kaissa war wieder der friedliche, kinderliebe Kläffer wie zuvor.

Die „Homöopathie-Skeptiker“ meinen ja heilende Wirkung bei Tieren sei auf einen „Placebo by proxy“-Effekt zurückzuführen. An sich, in Einzelfällen (bei Pferdehaltern nachgewiesen) möglich, bei den vielen Einsatzbereichen in der Tierhaltung aber eine bizarre Vorstellung: Weil die Bäuerin nach der Arzneigabe entspannter ist, geht plötzlich die Euterentzündung weg (siehe zB. http://orgprints.org/3153/1/Brodo1_Oel.pdf. auch wenn die Ergebnisse nicht wirklich befriedigend sind.)

Wenn sich so eine dramatische Situation einstellt, dann ist mE. die einzig vernünftige Erklärung das es eine Arzneimittelprüfung war.